News vom 13.02.2020

Forschen im Living Lab fürs „real life“

Um die Verknüpfung von Energieinfrastruktur und Digitalisierung unter realen Bedingungen untersuchen zu können, baut das Gas- und Wärme-Institut Essen e.V. (GWI) ein Living Lab als Forschungsplattform auf.

Das GWI beschäftigt sich ganz intensiv mit Fragestellungen rund um die Zukunft der Energieversorgung. Da der Digitalisierung der Energieinfrastruktur hierbei eine ganz zentrale Bedeutung zukommt, baut das GWI ein Living Lab auf der Forschungsebene auf, in dem Anlagen und Komponenten wie KWK- und P2X-Anlagen, Smart Meter und Speicher durch eine intelligente Kommunikationsinfrastruktur miteinander verknüpft sind.

Das Living Lab ist als erweiterbares Konzept ausgelegt, sodass eine Plattform für verschiedene Forschungsvorhaben entsteht, in der die Kopplung der Sektoren Strom, Gas und Wärme/Kälte demonstriert und untersucht werden kann.

Neben verschiedenen Wärmebereitstellungstechnologien (Brennstoffzellen, Wärmepumpen, Brennwertgeräten und vielen weiteren) sind auch unterschiedliche Batteriespeichersysteme vor Ort installiert. Weitere Technologien der Energiewende wie Power-to-Heat- und Power-to-Gas-Anlagen sind ebenfalls als Teil des Demonstrationszentrums vorhanden. Erweitert wird die Infrastruktur durch die Errichtung einer LNG-Technikumsanlage und eines Hybrid-SOFC-Systems, einer Kombination aus Hochtemperaturbrennstoffzelle und Gasturbine. Deren Integration in das Living Lab hat bereits begonnen. Die genannten Technologien werden durch verschiedene Monitorings und SmartMeter-Systeme ergänzt, die in das neu installierte SmartCity-System eingebunden sind und den Einsatz von Fernwirktechnik ermöglichen.

Das Rückgrat der Kommunikationsinfrastruktur bildet ein System aus intelligenten Laternen, über die neben der Beleuchtungsfunktion und einem Kamerasystem, das auch zur Verkehrssteuerung geeignet ist, vor allem das Auslesen von Smart Meter-Daten für Strom, Gas, Wärme/Kälte und Wasser und die bidirektionale Kommunikation mit KWK-Anlagen und Speichern realisiert wird. Erst hierdurch stehen Daten für den jeweiligen Netzbetreiber bzw. Energieversorger zur Verfügung, die eine intelligente Energieversorgung für Gebäude, Wohneinheiten, Quartiere und Kommunen erlauben.

Mit dem Living Lab des GWI steht damit eine zukunftsgerichtete Plattform für viele Fragestellungen im Zusammenhang mit der Energiewende zur Verfügung.