Presseinfo vom 13.12.2018

KWK-Systeme werden um Batteriespeicher erweitert

Pressemitteilung der EnergieAgentur.NRW

Ansprechpartner/in: Dr. Joachim Frielingsdorf

Hochrangige Vertreter aus Stadt und Land besuchten in Begleitung der EnergieAgentur.NRW die Familie Wehres in Bottrop, wo im Rahmen des durch das Land NRW geförderten „KWK plus Speicher"-Projektes des Gas- und Wärme-Instituts ein elektrischer Speicher, als Ergänzung zu einer KWK-Anlage, installiert wurde. 

Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler, Franz Wilhelm Iven aus dem NRW-Wirtschaftsministerium, Prof. Klaus Görner vom Gas- und Wärme-Institut Essen (GWI) und Burkhard Drescher von der Innovation City Management GmbH (ICM) nahmen dabei einen Batteriespeicher in Betrieb, der das Kraft-Wärme-Kopplungs (KWK)-System noch flexibler auf den Strombedarf der Familie Wehres reagieren lässt. Und dieser Speicher wird nicht der einzige in Bottrop bleiben: Geplant sind bis zu 20, die in Häusern des Vorläuferprojektes „100-KWK-Anlagen in Bottrop" installiert werden. 

Die Integration, der Betrieb und die Einbindung in das messtechnische Monitoring der Stromspeicher dienen der Flexibilisierung der KWK-Systeme im Projektgebiet. Das GWI und seine Projektpartner analysieren die gewonnenen Daten und bewerten u.a. die Wirtschaftlichkeit für den Einsatz von elektrischen Speichern in Verbindung mit Mikro-KWK-Systemen. Die Installationsphase und der Betrieb werden zudem durch eine sozialwissenschaftliche NutzerInnen-Analyse zur standardisierten Erfassung von strom- und heizungsbezogenen, psychologischen Variablen begleitet. Zudem werden Systemkombinationen im Labor unter reproduzierbaren Bedingungen analysiert und Untersuchungen im Bereich der Grundlagenforschung zur Verbesserung der Batterie-Chemie unternommen.  

„Durch den Einsatz von Mikro-KWK-Anlagen in Kombination mit einem Batteriespeicher kann der produzierte Strom im Objekt flexibler genutzt werden", erläutert Prof. Klaus Görner, der als Wissenschaftlicher Leiter des Gas- und Wärme-Instituts Essen das Projekt durchführt. Das Projekt in Bottrop baut auf den Erfahrungen und Erkenntnissen auf, die im Rahmen der Vorläuferprojekte „100 KWK-Anlagen in Bottrop" und „demoKWK3.0" gemacht wurden. 

Die Innovation City Management GmbH ist in diesem Projekt für die Kommunikation zuständig. „KWK plus Speicher" ist ein wichtiges Umsetzungsprojekt in der InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop. Seit 2010 wurden und werden in Bottrop mehr als 300 Projekte in unterschiedlichen Handlungsfeldern umgesetzt. Ziel ist, den CO2-Ausstoß innerhalb von zehn Jahren um die Hälfte zu reduzieren. Die beiden Projekte „100 KWK-Anlagen in Bottrop" und „KWK plus Speicher" stellen dabei wichtige Beiträge in der Laborstadt Bottrop dar. Der Einbau von zusätzlichen Stromspeichern für einige Mikro-KWK-Anlagen aus dem ersten Projekt dient der Erforschung der Flexibilisierung des Anlagenbetriebs. „Nach Auswahl der technischen und baulichen Kriterien, die das GWI ausgewertet hat, wurde nun der Speicher von einem lokalen Bottroper Installateur eingebaut und bei Familie Wehres in Betrieb genommen", erklärt Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop, mit Stolz. „Bottrop trägt mit den Forschungsprojekten im Mikro-KWK-Anlagenbetrieb einen wichtigen Baustein zur Energiewende im häuslichen und im Gewerbe-, Handel- und Dienstleistungs-Sektor bei."  

Neben der Kommunikation in Fachkreisen und Gremien sollen Berichte über das Projekt auch in nicht fachspezifischen Kreisen ein Bewusstsein für das Thema der Kraft-Wärme-Kopplung schaffen. Die Verbreitung der Nutzung von Mikro-KWK-Anlagen in Privathaushalten oder gemischt genutzten Gebäuden ist wichtig für den dezentralen Ausbau Erneuerbarer Energien. Für eine erfolgreiche „Energiewende von unten" müssen aber noch einige Hürden abgebaut werden. „Unbedingt erforderlich ist eine Entbürokratisierung des KWK-Anlagenbetriebs. Die Nutzer sind mit der Administration schlichtweg überfordert", mahnt Burkhard Drescher, Geschäftsführer der ICM.  

„Die KWK als Einzelanlage oder als ein Teil eines Versorgungsystems ist ein wichtiger Baustein der Energiewende, der eine Schlüsselrolle zukommt, die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Flexibilisierung von KWK-Anlagen mittels Speicher trägt mit Blick auf eine zunehmend volatile Energiebereitstellung auf Basis Erneuerbarer Energien maßgeblich dazu bei, KWK zukunftsfähig zu machen und die Versorgung mit Strom und Wärme sicherzustellen", so Franz Wilhelm Iven, zuständiger Referatsleiter im NRW-Wirtschaftsministerium.  

Fast exakt vor fünf Jahren – am 12. Dezember 2013 - wurde die erste KWK-Anlage in einem Einfamilienhaus in Bottrop im Rahmen des Projektes „100 KWK-Anlagen in Bottrop" in Betrieb genommen. Auch das Haus von Familie Wehres wurde im Rahmen dieses Projektes mit einer KWK-Anlage ausgestattet. Margit Thomeczek von der EnergieAgentur.NRW war damals ebenfalls mit dabei: „Ende 2013 sind wir auch mit der Kampagne „KWK.NRW – Strom trifft Wärme" an den Start gegangen. Heute unterstützen uns 150 Partner aus Unternehmen, Verbänden, Kommunen und Forschungseinrichtungen, wie das GWI, um im Verbund der Kampagne die KWK bekannter zu machen." Mit ihrer Kampagne „KWK.NRW - Strom trifft Wärme" unterstützt die EnergieAgentur.NRW im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums den KWK-Ausbau.     

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